Thema

Interkulturelles Verständnis

Teil des Lernens

Menschliche, kulturelle und persönliche Identität

Jeder Mensch trägt drei Ebenen von Identitäten in sich: eine menschliche, eine kulturelle und eine persönliche Identität/Persönlichkeit.

Die menschliche Identität: 

Alle Menschen teilen universelle Eigenschaften, die durch die menschlichen Gene vererbt werden. Diese universellen Eigenschaften sind:

  1. Zugehörigkeit zu einer Gruppe: Der Mensch hat das Bedürfnis, zu einer Gruppe zu gehören, wie z. B. zu einer Familie, einer Gesellschaft oder einer Nation.
  2. Gefühle und Emotionen: Alle Menschen teilen Gefühle wie Liebe, Angst, Freude und Traurigkeit.
  3. Verbale Kommunikation: Alle Menschen kommunizieren durch eine gesprochene Sprache.
  4. Lernfähigkeit: Alle Menschen können Wissen und Erfahrungen suchen, ansammeln und miteinander teilen.
  5. Kreative Fähigkeiten: Alle Menschen haben im Laufe der Geschichte immer kreative Tätigkeiten wie Singen, Tanzen, Zeichnen usw. ausgeübt und sich durch diese kreativen Fähigkeiten ausgedrückt.

 

Die kulturelle Identität: Erworben und spezifisch für die Gruppe

Kultur besteht im Kern aus bestimmten Mustern des Denkens, Fühlens und Handelns, die durch das Aufwachsen in der Gruppe erworben werden und spezifisch für die Gruppe sind. Eine kulturelle Gruppe kann so klein wie eine Familie und so groß wie eine Nation sein. Diese gemeinsamen Muster des Denkens, Fühlens und Handelns geben den Mitgliedern der Gruppe eine gemeinsame Identität, ein Gefühl der Zugehörigkeit und der Einheit mit der Gruppe. Diese gemeinsamen Muster des Denkens, Fühlens und Handelns sind in gemeinsamen Werten, Normen und Traditionen verankert:

  1. Werte sind Taten und Überzeugungen, die von der Gruppe gelobt werden. Beispiele für Werte sind Hilfsbereitschaft, Respekt und Ehrlichkeit. Die Menge der geteilten Werte schafft eine gemeinsame Wahrnehmung von Gut und Schlecht/Sünde für die Mitglieder der Gruppe. Verschiedene kulturelle Gruppen können das gleiche universelle Merkmal unterschiedlich wahrnehmen. Zum Beispiel wird in einigen Kulturen das Ausdrücken von Traurigkeit durch Weinen als schlecht/negativ für Männer wahrgenommen, weil Weinen als Schwäche wahrgenommen wird, dem Gegenteil des Wertes Stärke. 
  2. Normen sind die ungeschriebenen Regeln und Erwartungen, wie man sich in Übereinstimmung mit den Werten der Gruppe verhält. Beispiele für Normen und Traditionen sind, wie man sich als Mann/Frau, als Gast/Gastgeber und als Vater/Sohn usw. verhält. 
  3. Traditionen und Normen mögen ähnlich erscheinen. Allerdings beziehen sich Traditionen eher auf ungeschriebene Regeln, wie die Gruppe zusammen agiert. Beispiele für Traditionen sind, wie Hochzeiten gefeiert werden und wie Beerdigungen stattfinden.

 

Persönlichkeit: Vererbt, erworben und spezifisch für das Individuum

Die Persönlichkeit ist das Produkt aus einzigartigen ererbten genetischen Merkmalen und erworbenen Lebenserfahrungen.

  1. Der einzigartige persönliche Satz von Genen, wie z. B. männlich oder weiblich oder gesund oder krank geboren zu sein, hat in verschiedenen Kulturen unterschiedliche Auswirkungen. In manchen Kulturen ist es zum Beispiel schwieriger, unabhängig zu werden, wenn man als Frau geboren wird. 
  2. Die einzigartige persönliche Lebenserfahrung wird durch das kulturelle Umfeld, in dem die Erfahrung stattfindet, beeinflusst.  Zum Beispiel, viele oder keine Geschwister zu haben, eine eingeschränkte oder anregende Kindheit zu haben, spielt eine große Rolle bei der Formung der Persönlichkeit.

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